Info
Sammeln
Dokumentation
Anleitungen
Schnittstellen
Prozessoren
Videochips
Soundchips
Computer
Videospiele


Paula (Commodore Amiga)
Beschreibung

Der Chipsatz des Amiga besteht aus drei Bausteinen - Agnus und Denise erzeugen die Grafik, Paula ist für Töne zuständig. Jeder dieser Bausteine hat noch ein paar "Nebenjobs", bei Paula sind dies die Verarbeitung von Diskettendaten und die Versorgung der Datenleitungen der seriellen Schnittstelle.

Wie Agnus bei den Grafikbausteinen setzte auch Paula neue Maßstäbe. Satten Samplingsound in Stereo hatte man bisher noch von keinem Homecomputer gehört. PCs waren 1985 noch auf ihren Piepser angewiesen, Soundkarten gab es erst viel später.

Das größte Manko von Paula ist bei einem ihrer Nebenjobs zu finden: Diskettendaten können nur in der bei DD-Disketten üblichen Geschwindigkeit verarbeitet werden. Die HD-Diskettenlaufwerke in späten Versionen des A3000 und im A4000 behelfen sich deswegen mit einem Trick: Beim Einlegen einer HD-Diskette reduziert das Laufwerk die Umdrehungsgeschwindigkeit auf die Hälfte.

Tonerzeugung

Wellenformen
Paula arbeitet mit gesampleten Daten, kennt also keine festen Wellenformen. Jeder der beiden Stereokanäle verfügt über zwei unabhängige Stimmen, die ihre Sampledaten per DMA direkt aus dem Arbeitsspeicher lesen.

Lautstärkesteuerung
Für jeden der vier Kanäle kann die Lautstärke individuell festgelegt werden. Einen Hüllkurvengenerator gibt es nicht. Der Lautstärkeverlauf steckt deswegen entweder schon in den Sampledaten oder er muß vom Prozessor über das Lautstärkeregister manuell geregelt werden.

Modulation
Jeweils eine der beiden Stimmen eines Stereokanals kann die andere in Lautstärke oder Frequenz modulieren und bleibt dabei selbst stumm. So sind Vibrato und Tremolo zu erzeugen.

Tiefpaßfilter
Der Tiefpaßfilter ist kein Bestandteil von Paula, sondern als kleine Transistorschaltung an deren Audioausgang angebracht. Der Filter dämpft alle Frequenzen über ca. 4 kHz und macht ab 7 kHz vollständig dicht. Dadurch sollen die beim Digitalisieren von Tonsignalen entstehenden Pfeifgeräusche eliminiert werden. Das gelingt auch sehr schön, nur geht das Obertonspektrum gleich mit in die Binsen. Deswegen kann der Audiofilter ab dem A500, Platine Rev. 5 und dem A2000, B-Board, abgeschaltet werden. Erkennbar ist dies daran, daß die Power-LED auf halbe Helligkeit gedämpft wird.