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Motorola 6845
Beschreibung

Der 6845 wurde von Motorola ursprünglich als Peripheriechip zu den hauseigenen Prozessoren 6800 und 6809 entwickelt. Durch seine einfache Ansteuerung wurde er aber auch anderweitig beliebt: IBM verwendete ihn für die CGA-Grafikkarte, die ja für lange Zeit der maßgebliche Standard für Farbgrafik bei PCs blieb.

Er war außerdem bei den CPCs von Amstrad eingesetzt, was diesen die im Jahr 1985 noch erstaunliche Fähigkeit verlieh, 80 Zeichen in einer Zeile darzustellen.

Funktionsweise

Adressgenerierung
Im Gegensatz zu anderen Videochips, die ausgehend von den Registerwerten selbständig einen Videospeicher auslesen und ein fertiges Videosignal abliefern, ist der 6845 sehr primitiv. Man könnte auch sagen, es ist nur ein halber Videochip: Er erzeugt die Synchronisationssignale und hat 14 Adressausgänge. Diese können zur Ansteuerung des Videospeichers genutzt werden. Auf welche Art die dort stehenden Informationen ausgewertet und zur Generierung einer Bildschirmanzeige genutzt werden, ist Sache der übrigen Videoelektronik.

Ursprünglich war der 6845 für reine Textdisplays vorgesehen. Für solche kann er über eine eigene Leitung ein Cursor-Signal ausgeben, d.h. wenn er gerade die Adressen für die Cursorposition generiert, wird dieses Signal gesetzt und die Videoelektronik kann den Cursor dann auf beliebige Art und Weise einblenden.

Weiterhin ist eine Elektronik für einen Lichtgriffel enthalten. Sobald ein Impuls von diesem kommt, wird die momentan generierte Adresse festgehalten und kann dann ausgelesen werden.

Wie die Fähigkeiten des 6845 genutzt werden, kann man an verschiedenen Beispielen genauer festmachen:

CGA
CGA war der erste Farbgrafikstandard für den IBM PC. Die maximale Textauflösung beträgt 80 Zeichen in 25 Zeilen monochrom. Bei 40 x 25 Zeichen sind vier, bei 20 x 25 Zeichen 16 Farben darstellbar. In allen Textmodi ist die Zeichenmatrix 8 x 8 Pixel groß.

Analog zu den Textmodi sind die Grafikmodi ausgelegt: 640 x 200 Bildpunkte monochrom, 320 x 200 Bildpunkte mit vier und 160 x 200 Bildpunkte mit 16 Farben.

CGA kennt noch keine Farbtabelle, die 16 Farben in der geringsten Auflösung stellen die vollständige Farbpalette dar. Zusammengesetzt sind die Farbwerte aus einem Bit pro Grundfarbe (Rot, Grün, Blau) plus einem Intensitätsbit. Dieselben Farben finden sich bei vielen Homecomputern, z.B. beim C-64 und bei allen Monitoren, die mit digitalem RGBI-Signal angesteuert werden.

Amstrad CPC
Amstrad hat dem 6845 noch einen selbstentwickelten Logikbaustein zur Seite gestellt, der eine Farbtabelle realisiert. Dort sind für jede Grundfarbe drei Helligkeitsstufen möglich, was in der Summe eine Palette von 27 Farben (3 x 3 x 3) ergibt.

Ansonsten ähneln die Fähigkeiten den CGA-Modi: 25 Zeilen mit wahlweise 20, 40 oder 80 Zeichen pro Zeile (bei 16, 4 oder 2 Farben). Im Grafikmodus sind's 200 Punkte vertikal und 160, 320 oder 640 Punkte horizontal.

(Dank an Oliver Ullrich für die Korrekturen zu diesem Beitrag)