Info
Sammeln
Dokumentation
Anleitungen
Schnittstellen
Prozessoren
Videochips
Soundchips
Computer
Videospiele


Antic und GTIA (Atari 8 Bit)
Beschreibung

Antic und GTIA wurden fast unverändert mehr als zehn Jahre lang in jedem 8-Bitter von Atari eingebaut. Entwickler der beiden Bausteine war Jay Miner, der später auch den Amiga-Chipsatz entwarf. An einigen Stellen gibt es erstaunliche Ähnlichkeiten zwischen Antic und der Agnus im Amiga.

Bis zur Einführung des Commodore Plus/4 1984 gab es keinen Homecomputer, der mehr als 16 verschiedene Farben gleichzeitig darstellen konnte - mit Ausnahme der Ataris, die bereits seit 1979 das Kunststück fertigbrachten, 128 Farben gleichzeitig anzuzeigen!

Videomodi

Antic kennt eine ganze Reihe von Grafik- und Textmodi, die zudem in horizontalen Streifen mehrfach innerhalb einer Bildschirmseite wechseln können.

Textmodi
Text kann mit 40 Zeichen pro Zeile in 24 Zeilen dargestellt werden. Jedes Zeichen ist 8 Pixel breit und 8 Pixel hoch. Dabei ist jedoch nur noch eine Farbe in zwei verschiedenen Helligkeiten als Vorder- und Hintergrundfarbe möglich. Der Zeichensatz umfasst 128 Zeichen. Es gibt zudem Sonderformen dieser Modi für Zeichen mit Unterlängen, mit nur 4 Pixel breiten Zeichen in vier Farben oder mit doppelt hohen Zeichen.
Text mit 20 Zeichen pro Zeile kann vierfarbig ausgegeben werden, wobei jedes Zeichen individuell gefärbt sein kann, alle Pixel eines Zeichens haben jedoch die gleiche Farbe. Der Zeichensatz reduziert sich auf 64 Zeichen. Auch hier gibt es einen Sondermodus mit doppelt hohen Zeichen.

Grafikmodi
Für Grafik gibt es drei grundsätzliche Breiten, die sich in der höchsten Auflösung zu 256, 320 und 384 Bildpunkten ergeben. Da die maximale Breite dabei jedoch die sichtbare Bildgröße bei den meisten Fernsehern übersteigt, ist im Betriebssystem eine Breite von 320 Punkten vorgewählt.

Darauf aufbauend sehen die verschiedenen Grafikmodi foolgendermaßen aus:
Maximal sind 320x192 Bildpunkte möglich, wobei dann nur eine Farbe in zwei Helligkeitsstufen verwendet werden kann. Mit zwei oder vier frei wählbaren Farben kann in den Auflösungen 160x192, 160x96, 80x96, 80x48 und 40x24 gearbeitet werden. Nicht alle dieser Modi werden jedoch vom Basic unterstützt.

Das Antic-Programm
Die Bilderzeugung wird beim Antic immer über ein Programm realisiert, das für jede Bildschirmzeile den zu verwendenden Modus festlegt, die Datenquelle für die Bilddaten wählen kann oder den Prozessor per Interrupt anweist, eine komplexere Aktion durchzuführen. Damit sind Spezialeffekte wie flüssiges Scrolling oder die Verwendung von mehr als 4 Farben gleichzeitig realisierbar.

Sprites (Player-Missile-Grafiken)
Bei den meisten Videoprozessoren gibt es nur eine Sorte von Sprites, d.h. kleinen Grafikobjekten, die unabhängig vom übrigen Bildinhalt bewegt werden können. Atari hat der GTIA gleich zwei Varianten spendiert: Die 8 Pixel breiten "Player" und die zwei Pixel breiten "Missiles", von denen es jeweils vier gibt. Die Programmierung über das Antic-Programm ist etwas umständlich - dafür können die Sprites aber auch beliebig hoch sein oder über geschickte Programmierung auch vervielfacht werden - dann gilt die Maximalzahl nur noch pro Bildschirmzeile. Alle Sprites sind einfarbig.

Technik

Antic übernimmt die Hauptspeicherverwaltung des Rechners. Damit kann er auf den gesamten Adressraum von 64 KB zugreifen. Da er für die Videodarstellung teilweise konkurrierend mit dem Prozessor auf den Bus zugreifen muß, wird dieser in einigen Videomodi deutlich abgebremst. Deswegen fühlt sich ein Atari 800XL mit 1,76 MHz Prozessortakt nicht schneller an als ein C-64 mit weniger als 1 MHz.
Antic liest gemäß seinem Programm die Videodaten aus dem Arbeitsspeicher und reicht sie an GTIA weiter. Dort werden die Farbinformationen hinzugefügt und das Videosignal erzeugt. Zudem fügt GTIA die Daten der Player-Missile-Grafik ins Bild ein.