Info
Über...
News
Presse
Gästebuch
Links
Nutzung
Impressum
Sammeln
Dokumentation
Computer
Videospiele


Boris Jakubaschk


Chronik einer Leidenschaft

Die Spezies der Computerfreaks war in den 80er Jahren unter technikbegeisterten Jugendlichen weit verbreitet. Viele vergruben sich mit irgendwelchen obskuren Programmierprojekten wochenlang in ihren Zimmern und erweiterten (oder zerstörten) mit Basteleien ihren mühsam zusammengesparten C-64 oder Sinclair Spectrum. Andere vertrieben sich die Zeit mit der Entfernung des Kopierschutzes von Spielprogrammen oder trieben mit völlig zweckfreien Demoprogrammen die Sound- und Grafikfähigkeiten ihres Computers ans Limit. Die große Masse jedoch konsumierte ausschließlich - überwiegend wurde gespielt oder massenhaft Spiele auf dem Schulhof getauscht.

Ich zählte damals zur erstgenannten Sorte. Vom TI-99/4A, über einen C-64 bis zum Amiga 500 reichte das Spektrum der Computer, die ich besaß und irgendwann verkaufen musste, um mir das nächste Modell leisten zu können. Bereits während des Studiums konnte ich von diesen Geräten wieder je ein Exemplar auftreiben. Irgendwann schenkte mir mein Onkel dann noch seinen CBM 3032 und auf Flohmärkten fand ich einen ZX-81 und einen Apple ][ europlus. Ohne es so richtig gewollt zu haben, war ich zum Computersammler geworden.

Meine damalige Freundin (und heutige Frau) betrachtete mein Treiben mit Nachsicht, solange der Wohnbereich computerfrei blieb und so wuchs die Sammlung und mit ihr der benötigte Stauraum, der im Jahr 2000 mit dem Kauf unseres Hauses seine heutige und endgültige Größe erreicht hat: Zwei Kellerräume mit zusammen etwa 20 qm und mein Büro mit einigen Regalen. Dazu kommt noch eine Scheune als temporäres Zwischenlager. Da ich meinen Platz nicht bis unter die Decke zustapeln möchte, ist auch die Sammlung inzwischen an einer natürlichen Grenze angekommen, die keine extreme Erweiterung mehr zulässt. Trotzdem bin ich nach wie vor auf der Suche nach Exponaten, die die Sammlung komplettieren, ihre Qualität verbessern oder um interessante Facetten bereichern.

Wieso tut man sowas?

Computer zu sammeln ist ein sehr vielschichtiges Hobby. Zunächst ist es wie bei jedem Sammelgebiet die Freude an der Jagd nach den Puzzleteilen der angestrebten Sammlung. Für mich sind die größten Erfolge günstige Flohmarktfunde und Geräte, die mir quasi als Anerkennung für die Arbeit an dieser Homepage günstig oder gar kostenlos überlassen werden. Gar keine Freude hätte ich an Geräten, die ich mir einfach bei ebay "zusamenkaufe" - weshalb ich das für gewöhnlich auch bleiben lasse.

Wenn man ein Gerät dann einmal hat, beginnt - wenn nötig - die Reparatur und Restaurierung, die Reinigung und der Test. Jedes Gerät wird ausprobiert und zumindest ein kleines Basic-Testprogramm eingegeben und laufen gelassen. Sofern eine Anleitung vorliegt, werden die Besonderheiten ausprobiert und wenn ich Software erhalten habe, wird auch diese getestet. Am Ende dieser Phase steht die Dokumentation, bei der dann auch ein Eintrag für das Gerät auf dieser Homepage entsteht.

Gerade die Homepage beschert mir immer wieder sehr nette Kontakte, von denen ich Geräte bekomme, mit denen ich etwas tauschen, denen ich weiterhelfen oder einfach nur fachsimpeln kann. In ein paar Fällen sind sehr gute Freundschaften entstanden, in die die Familien mit einbezogen sind und wo auch "fachfremde" Aktivitäten stattfinden. Einer dieser Freunde - Ralph Salm - ist inzwischen auch auf dieser Homepage mit vertreten.

Ich erfreue mich nicht nur an der ungebremsten Kreativität, die bei vielen Geräten offenbar wird und die man bei heutigen PCs zumindest hardwareseitig meist vermisst, sondern auch am Design. Gerade an innovativen Produkten wie Computern wurde oft neues ausprobiert und insgesamt ergibt sich ein sehr schönes Bild, wie sich das Design von Bürohardware und Consumerprodukten in den letzten 30 Jahren verändert hat.

Seit sich die Sammlung zunehmend kompletter zeigt, konzentriere ich mich immer mehr auch auf die Software. Das Ziel ist, für jedes Gerät der Sammlung einige repräsentative Programme zu finden und diese möglichst auf modernen Medien zu sichern - sei es als Sounddatei bei Kassettenprogrammen oder als Diskettenimage, das man jederzeit wieder auf ein Originalmedium zurückschreiben kann.

In letzter Zeit haben sich mehrfach Gelegenheiten ergeben, Teile meiner Sammlung über die Homepage hinaus "live" einem Publikum zu präsentieren. Das macht sowohl in der Vorbereitung als auch in der Durchführung riesigen Spaß - egal, ob es die Mithilfe bei einem Beitrag von "CHIP TV" war, ein paar Vitrinen in einem Museum meiner Heimatstadt oder eine kleine Ausstellung bei einer Hausmesse meiner Firma. In dieser Richtung würde ich gerne noch mehr machen und bin für entsprechende Anfragen immer offen.

Die Arbeit wird mir also in nächster Zeit ebensowenig ausgehen, wie die Freude an der Beschäftigung mit der Computervergangenheit. Das hilft auch bei der Beurteilung aktueller Entwicklungen und der Verfolgung langfristiger Trends - als Ingenieur und Softwareentwickler muss ich schließlich nicht nur in die Zukunft blicken, sondern auch einen kleinen Beitrag zu ihrer Gestaltung leisten.

Die großen Computer muss ich nur mit Strom versorgen und kann dann sofort damit arbeiten


Ein C-64 wird verarztet. Der Arbeitsplatz besteht aus einem NEC Multisync 3D und einem 17"-VGA-Monitor. Letzterer hängt an einem PC, der über einen Videoeingang und einen externen TV-Tuner verfügt. Mit diversen Adaptern kann fast jeder Computer der Sammlung auf einem der Monitore ein Bild erzeugen. Zur Stromversorgung dient ein Labornetzgerät, das von 0 - 40 V einstellbar ist.