Info
Sammeln
Dokumentation
Computer
Amstrad / Schneider
Apple
Atari
Commodore
Sinclair
weitere Hersteller
Taschencomputer
Kuriositäten
Videospiele


Texas Instruments TI-99/4A - Technik
 Texas Instruments
 Beschreibung
 in der Sammlung...
 TI-99/4A in beige
 Expansion-Box
Dieser Text entstand auf die Anregung von Markus Möller (vielen Dank!), der mich auf den Irrtum mit dem basicinterpretierenden Videochip hinwies und mir den Tip gab, mich bei den TI Tech Pages über die wirklichen Verhältnisse zu informieren. Die Informationen dort waren denn auch die Quelle für diese Seite...



Auf den ersten Blick scheint der Hardwareaufbau noch recht konventionell zu sein: Es gibt eine Adressdekodierung, die die vom Prozessor gelieferten Speicheradressen dem richtigen Baustein zuweist, es gibt ein ROM und ein RAM und die für einen Homecomputer üblichen Peripheriechips für Video (VDP), Sound und Ein-/Ausgabe (PIC).

Hier enden aber die Ähnlichkeiten mit anderen Homecomputern. Zunächst fällt auf, daß der Prozessor zumindest mit dem internen RAM und ROM über einen 16 Bit breiten Datenbus kommuniziert. Leider wird dieser für alle übrigen Komponenten über einen Multiplexer auf 8-Bit reduziert - auch für alle weiteren ROMs, RAMs, Module und den Peripherieanschluß.

Das 8 KB große ROM enthält nicht den Basic-Interpreter, sondern den Interpreter für die TI-eigene GPL (Graphics Programming Language). Diese erinnert an einem etwas komfortableren Assembler und enthält Befehle zum direkten Zugriff auf den Videospeicher. GPL-Programme werden grundsätzlich aus speziellen ROM-Bausteinen gelesen, den sogenannten GROMs. Dabei handelt es sich um ROM-Chips, die nur von TI gefertigt wurden. Sie haben einen gemultiplexten Daten- und Adressbus, d.h. um auf ein Byte zugreifen zu können, muss durch zwei Schreibzugriffe das Hi- und Lo-Byte der Adresse übermittelt werden, dann wird beim nächsten Lesezugriff der Inhalt dieser Adresse zurückgegeben. Weitere Lesezugriffe ergeben dann immer den Inhalt der nächsthöheren Adresse. GROMs belegen einen Adressraum von 8 KB, können aber nur 6 KB Daten enthalten. Im Grundgerät des TI-99 sind 3 GROMs für das Basic und grundlegende Funktionen enthalten, weitere 5 können in jedem Modul stecken.

Der Zugriff auf die GROMs erfolgt über vier Adressen im Prozessoradressraum. Da der Prozessor so nur durch indirekte Adressierung an die Informationen kommt und durch die zwischengeschaltete GPL-Interpretierung ist das TI-Basic eines der langsamsten für Homecomputer - trotz des schnellen Prozessors.

Weiterhin erstaunlich ist, dass im Prozessoradressraum nur 256 Bytes RAM enthalten sind. Weitere 16 KB RAM sind über den Videoprozessor angebunden. Auch hier kann der Prozessor nur über vier Register des VDP auf den Speicher zugreifen. Solange dies nur bei Videodaten der Fall wäre, könnte man damit leben. Leider wird im Videospeicher auch das Basicprogramm abgelegt - ein weiterer Grund für die wenig überzeugende Performance des Basicinterpreters.

ROM-Module mussten zwingend ein GROM enthalten, sonst wurden sie beim Einschalten nicht eingebunden. Da TI der einzige Hersteller dieser exotischen Speicherchips war, war der Markt für Module fest in der eigenen Hand. Später gab es jedoch Erweiterungen, die die Logik der GROMs einfach mit ein paar TTL-Chips nachbildeten.