Reparaturen bei Commodore Amiga

Mit etwa 2 Millionen verkaufter Geräte allein in Deutschland gehörte der Amiga in seiner Hochphase zu den verbreitetsten Computern. Den weitaus größten Anteil am Erfolg des Amigas hat der A500, der als kompaktes Konsolengerät vor allem zum Spielen und Lernen Einzug in die Kinder- und Jugendzimmer gehalten hatte. Nach dem Produktionsende des A500 im Frühjahr 1993 versuchte Commodore mit der Spielekonsole CD32 und dem A1200 an frühere Erfolge anzuknüpfen.

Ein weiteres Standbein hatte der Amiga in der Videotechnik. Er ließ sich sehr preiswert zum Videoschnitt- und -mischsystem ausbauen, das sowohl für Hobbyfilmer als auch (mit höherem Hardwareaufwand) im Fernsehstudio einsetzbar ist. Technische Grundlage dafür ist die Fähigkeit aller Amigas, ihr Bildsignal extern synchronisieren zu lassen und Bildsignale im Videotiming (Zeilenfrequenz 15.6 kHz, Bildwiederholfrequenz 50 Hz) auszugeben.

Alle Amigas sind recht servicefreundlich ausgelegt. Die Modelle A1000, A500, A2000 und A3000 sind in konventioneller Technik aufgebaut, alle wichtigen Bausteine sind gesockelt. Dies hat den Vorteil, daß viele Reparaturen durch bloßen Austausch von Komponenten schnell und billig vorzunehmen sind. Nachteile sind die erhöhten Produktionskosten und die Störanfälligkeit durch die zahlreichen Kontaktstellen an den Sockeln. Daher setzte Commodore bei den neueren Modellen A600, A1200 und A4000 auf SMD-Technik, was einen enormen Fortschritt in Sachen Zuverlässigkeit ergeben hat. Reparaturen am Mainboard sind allerdings ohne teures Spezialwerkzeug nicht mehr durchzuführen.

Ich war in den frühen 90er Jahren während meines Elektrotechnik-Studiums nebenbei etwa zwei Jahre lang für die Firma Schreiber Computer in Stuttgart als Amiga-Techniker tätig. In dieser Zeit habe ich mehrere hundert Amigas repariert oder es zumindest versucht. Die Erfolgsquote dürfte bei über 90% gelegen haben, in den übrigen Fällen hätte sich eine Reparatur nicht gelohnt oder der Fehler war im Rahmen der für einen Kostenvoranschlag zur Verfügung stehenden Zeit nicht zu finden.

Die meisten Fehler sind durch etwas Systemkenntnis, durch das Studium der Schaltpläne und Nachdenken zu beheben. Ersteres soll diese Anleitung vermitteln ohne letzteres ersetzen zu können. Auf den folgenden Seiten habe ich meine Erfahrungen mit den verschiedenen Modellen zusammengestellt.